DEUTSCH

Ich bin kein professioneller Fotograf, sondern lediglich ein Natur-Fan, der Freude daran hat, die Tierwelt rund um sein Ferienhaus in der wunderschönen Region des Malcantone in der südlichen Schweiz - dem Tessin - zu beobachten und gelegentlich mit der Kamera einzufangen. Im Laufe der Jahre hat unter den vielen nicht-menschlichen Besuchern und Bewohnern meines Gartens ein bestimmtes Tier ganz besonders mein Interesse geweckt: die Westliche Smaragdeidechse (Lacerta Bilineata). Meine Faszination lässt sich einerseits mit der exotischen Schönheit des Reptils erklären; andererseits sorgt auch seine beträchtliche Größe (es erreicht eine Länge von bis zu 45 cm vom Kopf bis zur Schwanzspitze) dafür, dass es einem sofort auffällt.

 

Der italienische Name des Tiers lautet "Ramarro", von den Tessinern wird es aber oftmals auch "Ghezz" oder "Sghezz" genannt. Im lokalen italienischen Dialekt bedeutet das Wort "sghezzare" erschrecken, und ich kann nachvollziehen, wie es zu diesem Namen gekommen ist. Der schillernde Miniaturdrache ist nicht nur viel größer als alle anderen Eidechsen in der Region, er zeigt auch so extravagante Farben - besonders während der Paarungszeit - dass man bei einer unerwarteten ersten Begegnung mit ihm (bei der er vielleicht wie ein smaragdgrüner Blitz vor einem über den Weg huscht) wohl durchaus erschrecken kann. Als ich selbst zum ersten Mal eine Smaragdeidechse zu Gesicht bekam, war ich überzeugt, es müsse sich um ein aus einem Zoo entwichenes exotisches Tier handeln, da es mir sehr unwahrscheinlich erschien, dass ein solch farbenprächtiger "Paradiesvogel" außerhalb eines tropischen Dschungels (und ausgerechnet in meinem Garten!) heimisch sein könnte.

 

Aber seiner exotischen Erscheinung zum Trotz gehört der "Ramarro" durchaus genauso zur helvetischen Fauna wie seine kleinere Cousine, die Mauereidechse (Podarcis Muralis), und obwohl er viel seltener ist als die etwas unscheinbarere Verwandte und normalerweise sofort flüchtet, wenn man in seine Nähe kommt, ist es mit ein wenig Geduld (sowie mittels Anwendung der hohen Kunst des Anschleichens, welche ich perfektioniert habe ;-) möglich, ihn aus der Nähe zu beobachten und zu fotografieren. Ich habe zudem festgestellt, dass Smaragdeidechsen ziemlich intelligent sind. Sie beobachten aufmerksam ihre Umgebung und scheinen stets neugierig zu sein, was in ihrem Territorium vor sich geht.

 

So habe ich zum Beispiel mehrmals erlebt, dass plötzlich ein männliches Tier aus seinem Versteck hervor kam, wenn ich im Garten mit der Sense das Gras schnitt oder im Gemüsegarten Unkraut jätete; die Echsen beobachteten mich mit kritischem Auge und schienen sehr daran interessiert, was da in ihrem Habitat vor sich ging. Trotz des Lärms, den ich verursachte und meiner hektischen Bewegungen (welche normalerweise die Reptilien im Garten verscheuchen) blieben die Tiere beharrlich auf ihrem Posten, wenn auch in sicherem Abstand, und ein paarmal konnte ich während solcher Gelegenheiten anschliessend beobachten, wie sie das durch mich veränderte Terrain regelrecht "inspizierten".

 

Es ist mir bewusst, dass wir als Menschen stets dazu neigen, das Verhalten von Tieren zu vermenschlichen (und selbstverständlich mache ich das hier auch), aber es fällt einem ehrlich gesagt schwer, das nicht zu tun, wenn man aus der Nähe in die aufmerksamen, ausdrucksstarken Augen eines "Ghezz" schaut. Ich habe auch festgestellt, dass diese Tiere ihr Verhalten gegenüber Menschen mit der Zeit anpassen; wenn sie sich einmal davon überzeugt haben, dass keine Gefahr von den zweibeinigen Riesen in ihrem Territorium ausgeht - was erfahrungsgemäss ein paar Tage dauert - dann werden sie toleranter gegenüber deren Anwesenheit und fliehen eigentlich nur, wenn man sich ihnen rasch und unerwartet nähert oder ihre Fluchtdistanz deutlich unterschreitet.

 

Ich weiß aus Youtube Videos, dass es manchen Leuten schon gelungen ist, das Vertrauen wildlebender Smaragdeidechsen so weit zu gewinnen, dass sie sie von Hand füttern oder sogar streicheln konnten; meinerseits habe ich das bisher allerdings nie versucht. Mir genügt es vollauf, ihr natürliches Verhalten beobachten zu können und ich bin mehr als zufrieden, wenn es mir gelingt, ab und zu ein brauchbares Foto zu schiessen - das ich dann wiederum mit Menschen teilen kann, die meine Leidenschaft für die Schönheit der Natur teilen. Und genau das, liebe Freunde, ist der Zweck dieses Blogs: Bilder dieser wunderschönen Tiere (und gelegentlich anderer nicht-menschlicher Besucher meines Tessiner Gartens) mit Gleichgesinnten zu teilen.

 

Alle Fotos wurden in meinem Garten oder dem angrenzenden Gelände aufgenommen und zeigen ausschliesslich wildlebende Tiere (und als Info für die Fotografie-Nerds unter euch: die Kamera, die ich verwendet habe, ist eine Canon PowerShot SX 700 HS). Wie bereits erwähnt, bin ich kein professioneller Fotograf und ich bitte daher um Verständnis für die bisweilen unterschiedliche Qualität der Bilder. Zudem möchte ich noch anfügen, dass ich weder Biologe noch sonstwie Eidechsen Experte bin (auch wenn mich eine Kollegin mittlerweile scherzhaft als "Ghezzperte" bezeichnet ;-). Wenn ihr also bemerkt, dass ich bei den Angaben zu einem Foto falsch liege, lasst es mich wissen. So, ich denke, das wäre alles; ich hoffe, die Bilder bereiten euch Freude und schreibt bitte ungeniert Kommentare, falls ihr Fragen habt oder Anregungen oder einfach nur mitteilen wollt, was ihr von den Fotos haltet.

Lacerta Bilineata  |  greyjoy7007@gmail.com

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